13.1 Südtirol für alle
Einrichtungen auf Maß für die Menschen mit Beeinträchtigungen: ein Problem, welches das Alltagsleben betrifft, über das man aber wenig spricht, nämlich Urlaub und Tourismus. Und weil man im Land gerne Gäste empfängt, wird hier geschildert, wie das Projekt ?Südtirol für alle" entstand: aus einer Erhebung über die Zugänglichkeit der Gastgewerbebetriebe im Land für Gäste mit besonderen Bedürfnissen ergab sich das Ziel, den Personen mit zeitweiligen oder dauernden körperlichen Gebrechen, den Senior/innen, Familien mit Kleinkindern usw. bei der Planung ihres Ferienaufenthaltes und bei der Auswahl geeigneter Beherberungsbetriebe zur Seite zu stehen. Das Projekt wurde vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Südtirol unterstützt und von der Sozialen Genossenschaft independent L. durchgeführt.
Das neue Internetportal "Südtirol für alle" mit der Webadresse
http://www.hotel.bz.it/ ist das Ergebnis einer zweijährigen Arbeit, bei dem auf verschiedene Art und Weise mehr als 30 Personen mitgearbeitet haben, darunter zehn Menschen mit Beeinträchtigung. Dieses neue Instrument bietet die Wahlmöglichkeit zwischen 315 gastgewerblichen Betrieben (von 1.600 untersuchten Einrichtungen), die im Portal aufscheinen, nämlich jene, die als die geeignetsten entsprechen der Bedürfnisse und Erwartungen der Tourist/innen betrachtet wurden. Beispielsweise werden in Meran 17 Gasthöfe ausgewählt, in Bozen zwölf, in St. Vigil in Enneberg neun, in Eppan sieben usw. Jedes Hotel wurde bewertet aufgrund einer Reihe von Kriterien, die in einer Tabelle klar und ausführlich dargestellt sind.
Auf der Internetseite findet man also Hotels, Pensionen und Appartments, die mehr oder weniger komfortabel Gäste mit eingeschränkter Mobilität beherbergen können. Viele Einheimische und Gäste lieben Wanderungen und Spaziergänge und viele Wanderführer schlagen reizende Touren vor. Fast alle davon sind aber nur für Personen geeignet, die sich leicht fortbewegen können, und schließen deshalb die anderen von der Benutzung dieser Wege aus. Deshalb wurde die Idee für ein Projekt mit dem Ziel geboren, die Bergwelt Südtirols auch für Personen mit Gehbehinderung (aber auch für Senior/innen, Familien mit Kleinkindern, Rollstuhlfahrer/innen usw.) zugänglich zu machen und die entsprechenden Wege bekannt zu machen.
Das Ergebnis dieses Projektes, das gemeinsam mit dem Spastikerverband AIAS und der Arbeitsgemeinschaft Eltern Behinderter AEB aus Bozen durchgeführt wurde, ist im Führer Heidi, Ausflugsziele ohne Barrieren" veröffentlicht, der bei den genannten Vereinigungen erhältlich ist (und auf der Webseite
http://www.hotel.bz.it/ veröffentlicht wurde). Alle angeführten Wege sind getestet, die Angaben sind vertrauenswürdig und die Karten sind mit den wichtigen Daten ergänzt. Wer nur mit Schwierigkeiten gehen kann, findet darin Angaben über Steilheit, Bodenbeschaffenheit, Rast- und Verpflegungsmöglichkeiten, die nützlich sind für die Kenntnis der Strecke und die Auswahl der geeignetsten Wege entsprechend der eigenen Bedürfnisse.